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Deutsche Betrugsbekämpfungsallianz: Facebook-Werbung mit 98 %
Veröffentlicht · 4 Min. Lesezeit
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5 Abschnitte
Die Werbung spricht einen bereits erlebten Verlust an
Die deutschsprachige Anzeige greift Online-Betrug auf und bietet Hilfe durch Anwälte, internationale Zusammenarbeit mit Behörden und KI-gestützte Nachverfolgung an. Hinzu kommen mehrsprachige Unterstützung rund um die Uhr und angebliche Mandanten in mehr als 60 Ländern.
So entsteht der Eindruck einer großen Organisation, die ein belastendes Problem übernehmen kann. Der Name Deutsche Betrugsbekämpfungsallianz belegt jedoch weder einen Behördenstatus noch eine eingetragene Kanzlei oder einen behördlichen Auftrag. Die Person im Video ist durch unsere Belege nicht als Anwalt für den späteren Kundenfall ausgewiesen.
Das Bild oben ist ein unverändertes Einzelbild aus dem ursprünglichen Video. Meta führte Anzeige 2933629607016013 am 3. November 2026 als aktiv und nannte den 1. November 2026 als Beginn. Seitenname und Aktivstatus dokumentieren Werbung, keine berufliche Zulassung.
Was müsste „Erfolg“ hier bedeuten?
Die zentrale Zahl lautet bis zu 98 %. Bevor Sie darauf eine Zahlungsentscheidung stützen, sind drei Fragen wichtig:
- Bedeutet Erfolg tatsächlich zurückgezahltes Geld, eine Teilzahlung oder schon die Eröffnung eines Falls?
- Wie viele Kunden wurden über welchen Zeitraum berücksichtigt? Wurden abgelehnte oder erfolglose Fälle ausgeschlossen?
- Sind Gebühren und Auslagen der Kunden von den zurückgeholten Beträgen bereits abgezogen?
Diese Aufschlüsselung fehlt in der Anzeige. Die zugehörige Website nennt eine andere Quote, nämlich 94 %. Unterschiedliche Statistiken können Unterschiedliches messen; die Abweichung allein beweist daher keinen Betrug. In der vorliegenden Form sagt keine der Zahlen aus, wie wahrscheinlich Sie Ihr Geld zurückbekommen.
Die FCA warnt allgemein vor Rückholangeboten, die Betroffene nach einem Verlust ansprechen und Vorauszahlungen verlangen. Diese allgemeine Warnung nennt den hier untersuchten Werbenden nicht.
Die Verbindung zwischen Facebook und MirageSwan
An der sichtbaren Schaltfläche der Anzeige steht fb.me. Unabhängig davon verlinkt der Infobereich der Facebook-Seite mirageswan.com. Daraus folgt nicht, dass ein Klick auf genau diese Anzeige jeden Besucher direkt zu MirageSwan führt.
Unser Website-Check zu MirageSwan und der Deutschen Betrugsbekämpfungsallianz untersucht die Betreiberangaben und die Verwendung echter Kontaktdaten der Kanzlei FPS. Diese Daten beweisen keine Beteiligung oder Unterstützung durch FPS. Ein Anrufer sollte seine Identität deshalb nicht nur mit einer bekannten Anschrift begründen können.
Lassen Sie sich vor einer Beauftragung den vollständigen Namen der Fachperson, den Vertragspartner, die konkrete Leistung, die Kosten und den Zahlungsempfänger nennen. Prüfen Sie gegebenenfalls die berufliche Zulassung. Bestätigen Sie die Kontaktaufnahme über Kontaktdaten, die Sie selbst im offiziellen Register oder auf der echten Kanzleiwebsite gefunden haben. Ein vom Anrufer geschickter Link ersetzt diese Bestätigung nicht.
Wenn Sie Ihre Nummer hinterlassen oder bereits bezahlt haben
Nach einer bloßen Kontaktanfrage sichern Sie Anzeige und Nachrichten. Sie können schriftliche Bedingungen verlangen, ohne eine Zahlung zuzusagen. Geben Sie weder Fernzugriff noch Bankzugangscodes oder die Wiederherstellungswörter einer Kryptogeldbörse weiter. Das sind allgemeine Vorsichtsmaßnahmen, keine belegten Forderungen dieses Werbenden.
Haben Sie bezahlt, führen Sie zwei getrennte Aufzeichnungen: den ursprünglichen Verlust und das spätere Rückholangebot. Notieren Sie jeweils Datum, Empfänger, Zahlungsweg und Betrag. Sichern Sie für die Rückholung Vertrag, Rechnung, Zahlungsbeleg und das konkrete Versprechen, das Sie zur Zahlung bewegt hat. So kann die Bank erkennen, welche Überweisung Sie beanstanden.
Bei Betrugsverdacht kontaktieren Sie zeitnah Ihre Bank oder den Zahlungsdienst und fragen nach den Möglichkeiten für diese Zahlung. Kryptotransfers melden Sie der sendenden Börse mit Transaktionskennung und Empfängeradresse. Sichern Sie Nachrichten vor dem Blockieren des Kontakts und melden den Verdacht bei der zuständigen Stelle Ihres Landes. Zahlen Sie nicht erneut, nur weil angeblich bereits zurückgeholtes Geld erst gegen eine Gebühr freigegeben werde.
Wenn Sie diesen Werbenden kontaktiert oder für bislang erfolglose Hilfe bezahlt haben, können Sie eine kostenlose telefonische Beratung anfragen. Erklären Sie, wer Sie angesprochen hat, was Sie bezahlt haben und was versprochen wurde. Wir helfen beim Einordnen der Unterlagen und der nächsten Schritte, ohne eine Rückzahlung zu versprechen.
Quellen
Wo Sie in Ihrem Land Hilfe finden
Wählen Sie Ihr Land. Hier finden Sie Stellen, bei denen Sie eine Firma prüfen, Betrug melden und Hilfe erhalten können.
Wählen Sie Ihr Land, um Anlaufstellen zu sehen. Fehlt es in der Liste, können Sie unser Team fragen.
🇬🇧 Vereinigtes Königreich
🔎 Firma prüfen
FCA Firm Checker — Suchen Sie nach dem Firmennamen, der Website oder der angegebenen Referenznummer.
🚨 Verdacht melden
Report Fraud (City of London Police) — Melden Sie den Verdacht online oder unter 0300 123 2040. In Schottland wenden Sie sich an Police Scotland unter 101.
↩ Geld zurückfordern
Financial Ombudsman Service — Beschweren Sie sich zuerst bei der Firma. Bleibt das Problem ungelöst, prüfen Sie, ob der Financial Ombudsman Service Ihren Fall kostenlos bearbeiten kann.
Kontakte und Zuständigkeiten können sich ändern. Prüfen Sie die Angaben auf der jeweiligen offiziellen Website.
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